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ArtikelGruß von den "von Holdt" aus WilsterFund bei einem Ansichtskarten-HändlerStartseite Über uns Aktuelles Forschung Artikel Wappen Kontakt |
Das Telefon hatte geklingelt, und als ich abhob, meldete sich am anderen Ende der Leitung eine ganz aufgeregte Stimme. Es war die von Andreas Reinke, einem Sohn unseres Wilsteraner Mitglieds Anke Reinke. "Hallo Peter, hast Du die Wilsteraner Ansichtskarte schon gesehen, die gerade im Internet angeboten wird", fragte er mich mit kaum unterdrückter Spannung. Andreas, ein ausgesprochen freundlicher und hilfsbereiter junger Mann wußte, daß das Sammeln von alten Ansichtskarten meiner Heimatstadt Wilster zu einer meiner vielen Leidenschaften gehört, weshalb ich auch regelmäßig auf Flohmärkten und im elektronischen Weltnetz in den Beständen der Händler stöbere. Seit langen Jahren habe ich sehr viele sehr schöne Karten mit alten Ansichten Wilsters gesammelt - das wußte auch Andreas, weshalb sein Anruf einen besonderen Grund haben mußte. Auf meine voller innerer Erwartung gestellte Frage, um welche Ansicht Wilsters es sich handeln würde, bekam ich zur Antwort, daß die Karte aus dem Jahre 1905 die Straße "Op de Göten" mit Blick auf die Wilsteraner Kirche zeigen würde. Etwas enttäuscht war ich schon, denn dieses Motiv mit "der" Schokoladenseite Wilsters hatte ich selbstverständlich schon, und das auch noch in den verschiedensten Variationen. "Dieses Motiv hast Du bestimmt schon", sagte Andreas da auch schon, "aber die handschriftlichen Namen auf der Bildseite interessieren Dich bestimmt sehr! Da sind unter anderem folgende Namen genannt: Peter v. Holdt, Johann v. Holdt, Mutter v.Holt, C. v. Holdt." Das war natürlich etwas für mich. Groß aber war meine Enttäuschung, als es mir nicht gelang, mit den auf meinem PC installierten Programmen die entsprechende Bilddatei im Weltnetz zu öffnen; das entsprechende Angebot hatte ich zuvor schnell gefunden. Wiederum kam mir nach kurzer Rücksprache Andreas zur Hilfe, der die Bilddatei kopierte und mir diese dann sogleich per elektronischer Post übermittelte. Schon nach dem ersten Blick war mir klar, diese Ansichtskarte mußte ich unbedingt in meinen Besitz bringen, und zu meiner großen Freude gelang mir dieses auch.
Schon nach wenigen Tagen hatte ich die Ansichtskarte in meinen Händen. Sehr schnell war auch der überwiegende Teil des Textes auf der Bildseite entziffert. Zu der damaligen Zeit durfte nämlich die Anschriftseite der Postkarten noch nicht für Mitteilungen genutzt werden. Geschrieben wurde die Karte in Wilster am 07. Oktober 1905 (Jahr laut Poststempel) von
Johann v. Holdt Mutter v. Holt (seltsamerweise ohne "d") Fiede Sommer C. v. Holdt Marie Emil (jeweils quer geschrieben) Unten auf der Karte findet sich folgende Mitteilung: "Morgen Sonntag fahren wir nach F. v. Holdt. Montag nach Glückstadt u. abends nach Hamburg, Mit Gruß Emmi u. unleserlich" (evtl. Hein) Aus der Adressenseite geht der Empfänger des Kartengrußes hervor, der diesen laut Ankunftsstempel schon nach zwei Tagen am 09.10.1905 in den Händen hielt.
In Wilster wohnten vor einhundert Jahren Mitglieder der "von Holte" sowohl aus der Wilster-Linie als auch aus der Brunsbüttel-Linie, deren gemeinsamen Ahnherrn wir bekanntlich leider noch nicht auffinden konnten. Daneben lebten in Wilster zeitweilig auch noch "von Holte" aus anderen bisher nicht ausreichend erhellten Linien. Für mich stellte sich die spannende Frage, welcher Linie wohl die auf der Karte benannten Personen angehören würden. Da der Vorname "Peter" bei den Brunsbüttelern über Jahrhunderte hinweg Leitname war, hegte ich zugegebener-maßen die Erwartung, daß die genannten Personen dieser Linie zuzurechnen sind. Meine Ahnung aber sollte sich als unzutreffend herausstellen, als ich einen Abgleich mit den mir vorliegenden Daten vornahm. Dabei zeigte sich ein eindeutiges Ergebnis. Die auf der Karte genannten Personen gehören zur Wilster-Linie. Die Karte war gerichtet an den Ehemann von
Offensichtlich befand sich seine unten auf der Karte genannte Ehefrau Emmi zu Besuch bei ihren Angehörigen in Wilster und hielt sich wohl bei ihrem älteren Bruder Peter auf. Neben Emmi ist noch "u. Hein"? genannt. Emmi ist eine Tochter des zu der Zeit bereits verstorbenen
wobei diese als "Mutter von Holt" unterschreibt (erstaunlicherweise ohne das "d"). Als erster unterschreibt der älteste Bruder der Emmi, nämlich
Danach unterschreibt offenbar dessen ältester Sohn
über welchen wir leider keine weiteren Nachrichten haben. Bei Fiede (niederdeutsche Form von Frieda) Sommer handelt es sich wohl um eine enge Freundin der Familie. Nach ihr unterschreibt der Bruder des vorgenannten
Welcher später in die USA auswanderte. Mit einiger Sicherheit handelt es sich bei Emil um den in Wilster lebenden Ehemann der zu dem Zeitpunkt bereits verstorbenen Schwester Anne Marie der zu Besuch weilenden Emmi
In betracht kommt aber auch
Da der auf der Karte genannte weibliche Vorname Marie in der Familie sehr häufig erscheint, kommen mehrere Personen in Betracht. Wahrscheinlich handelt es sich aber um die Tochter des Peter
Der Gruß "Einen herzlichen Gruß sendet Margaret" auf dem rechten Rand der Karte stammt offenbar von
Als am Sonntag noch zu treffen ist offenbar der dritte Sohn des oben genannten Peter benannt
möglicherweise aber auch die Schwester
Am folgenden Montag sollte in Glückstadt offenbar ein Besuch abgestattet werden bei Emmis anderen Bruder
die genannte Weiterfahrt nach Hamburg (auf dem Weg zurück nach Ilsenburg ?) könnte auch einem Besuch des zuvor bereits genannten
gegolten haben. Für mich ist es immer etwas ganz besonderes, wenn ich ein Beleg in den Händen halte, mit welchem sich Personen der von uns erforschten Linien eigenhändig verewigt haben. Dann erfüllt sich das nackte uns bekannte Datengerüst mit Leben und wir erhalten schlaglichtartig eine zwar kleine, aber ganz individuelle Information zusätzlich über das Leben der einzelnen Personen.
Das Haus, in welchem Emmi Bode, geb. von Holdt bei ihrem Bruder Peter zu Besuch weilte, steht in der unteren Deichstraße in Wilster. Das kleine Häuschen steht dort - wenn auch mit verändertem Aussehen - heute noch. Das nebenstehende Foto (Blickrichtung Markt) aus dem Jahre 1900 zeigt das kleine Haus (in Bildmitte rechts, mit dem kleinen Mädchen davor) in dem Zustand zum Zeitpunkt des Besuchs. Kaum zu glauben, daß in dem Hause neben der 13-köpfigen Familie des Peter auch noch dessen Schmiede untergebracht war. (sh. dazu auch Artikel in Mitteilungsblatt 31) |
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