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ArtikelDie Ehrentafel des Carl von Holten im Hörersaal der Universität Padua in ItalienStartseite Über uns Aktuelles Forschung Artikel Wappen Kontakt |
In dem vielfach Gegenstand kritischer Diskussionen bildenden und aus dem Ende der 1920er Jahre stammenden Aufsatz "Wo blieben die EDLEN von HOLTE nach der Zerstörung der alten Holterburg anno 1144", den der Rittmeister a.D. Georg Ernst Ledebur, wohnhaft im Haus "Brandenburg" in Uphausen, im Auftrage des damaligen Familienvereins fertigte, findet sich die unten exakt so wiedergegebene Passage. So gab es in Padua in Italien einen Professor aus Danzig, Carl von Holten, dem seine studentische Hörerschaft als Zeichen ihrer Verehrung eine Tafel im Hörersaal widmete mit der ehrenden Inschrift nebst seinem Wappen, dem Löwenwappen, welches die Zugehörigkeit zu der Niederrheinischen Linie vermuten läßt, wie folgt
Im Universität zu Padowa Auf deutsch:
Im Universität zu Padua
Es war uns zwar bekannt, daß in Danzig ein Geschlecht des Namens von Holten ansässig war, über den Aufenthalt von Angehörigen der niederrheinischen Linien in Danzig hatten wir jedoch keine Informationen. Bekanntlich führten die Danziger Familie von Holten in ihrem Wappen 5 goldene Ähren in rotem Feld ( siehe Mitteilungsblatt Heft Nr. 38 ). Nach den Ausführungen des Rittmeisters Ledebur führte der von seinen Studenten geehrte Carl von Holten aber den Löwen in seinem Wappen. Wenn dem dann so wäre, dann .... Wenn wir dem Verfasser des zitierten Aufsatzes Glauben schenken wollten, dann würde Carl (Carolo) von Holten allein schon wegen seines Wappens keinesfalls der Danziger Linie angehören können. Wir wissen nicht, woher der Rittmeister Ledebur seine Informationen hatte und ob er die beschriebene Tafel jemals selbst gesehen hat. Kürzlich sollte ich eine Überraschung erleben, als unser Freund Henri von Holt mir einige ungeordnete und höchst unterschiedliche Unterlagen aus dem Nachlaß unseres leider so früh verstorbenen Vereinsfreundes Rolf von Holdt, Hamburg, übersandte, die er kurz zuvor freundlicherweise von dessen Witwe Ursel erhalten hatte. Bei den Unterlagen befand sich u.a. auch das Negativ eines Fotos, welches unzweifelbar die zuvor beschriebene Ehrentafel abbildete. Leider lagen keine Unterlagen bei, wo und wann und von wem das Foto aufgenommen worden war. Allerdings, und davon können sich die Betrachter selbst überzeugen, findet sich auf der Abbildung von dem von Ledebur dargestellten Beleg - dem Löwenwappen - zu den Niederrheinischen von Holte keine Spur. Auf der abgebildeten Tafel ist eben nicht das Löwenwappen, sondern das bekannte Danziger Wappen mit den Ähren zu erkennen. Überhaupt scheint es Ledebur mit den von ihm angegebenen Belegen nicht so genau genommen zuhaben. Dazu muß man wissen, daß seine genannte Ausarbeitung eine Auftragsarbeit war, wobei er sich offenbar sehr bemühte, eine Verbindung der Edlen von Holte zu den Vorfahren des der Oberndorfer Linie entstammenden Hüttendirektors, Friedrich von Holt, damals in Georgsmarienhütte, nachzuweisen. Er stellte auf der Basis von durchaus sehr interessanten belegbaren Informationsbruchstücken phantasievolle Tatsachenbehauptungen auf. So finden wir auf einem in Kopie bei unseren Unterlagen befindlichen Schreiben, welches Ledebur am 18.08.1927 an die Göteburger von Holten schrieb, die Aussage "Der erste nach Oberndorf a.d. Oste eingewanderte war Klaus von Holt aus Schweden" - passend zu der märchenhaften und augenscheinlich erdichteten Geschichte, wonach ein schwedischer Offizier des Namens von Holte im Zuge des dreißigjährigen Krieges sich in Oberndorf niederließ.
Auch die von Ledebur zitierte Inschrift der Ehrentafel stimmt nicht so ganz mit dem Foto überein, wie aus der mit dem PC-Grafikprogramm hinsichtlich Helligkeit und Kontrast bearbeitenen Foto erkennbar ist. Mit einiger Mühe gut lesbar ist aber die Kernaussage, wonach CAROLO VON HOLTE ein Patrizier aus Danzig (DANTISCANO PATRICIO) war und die Funktionen PRORECTORIS et SYNDIC(O) inne hatte. PJ
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