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ArtikelAus der Brunsbüttel - Linie:Die Geschichte mit der doppelten Marie-LuiseStartseite Über uns Aktuelles Forschung Artikel Wappen Kontakt |
Bei der Familienforschung kann es einem passieren, daß auch eine durch Quellen belegte Angabe zu falschen Schlußfolgerungen verleitet. So ging es nicht nur mir mit der doppelten Marie-Luise. Doch der Reihe nach. Bekanntlich hatte eine Tante unseres Forschungsfreundes Dr.-Ing. Fritz Schuermann bereits in den Dreißiger Jahren innerhalb einer kleinen Familienforschungs Gemeinschaft sich um die Erhellung genealogischer und die Familie von Holdt betreffender Zusammenhänge bemüht. Wie ich früher schon einmal im MITTEILUNGSBLATT dargelegt habe, unterlag auch die am 13.01.1901 in Hamburg geborene und nun im hohen Alter in Wedel lebende Helene Antonie Erna von Holdt einem Irrtum, indem sie meinte, ihre Familie entstamme der Wilster-Linie der von Holte. Helene Antonie Erna von Holdt hatte herausgefunden, daß ihr Urgroßvater Peter von Holt offenbar zweimal verheiratet gewesen sein mußte. Dieser Peter von Holt gehört der Brunsbüttel-Linie an; er wurde am 27.10.1799 in Neuenkoogshafen in Brunsbüttel als viertes von sieben Geschwistern geboren. Wie er hieß auch sein Vater mit Vornamen Peter, denn dieser Traditionsname der Familie geht auf seinen Urgroßvater Peter von Holt, den Stammvater der Brunsbütteler Linie, zurück. Seine Mutter Elsabe Catharina geb. Jacobs stammte aus Heide.
Der Vater war Schiffer, nachdem er zuvor den Lebensunterhalt für sich und seine Familie als Schuster in Brunsbüttel am Neuenkoogshafen erarbeitet hatte. Wie bereits Helene A. E. von Holdt herausfand, heiratete drei Jahre danach Peter von Holt - das gegen ihn ausgebrachte "Jambitorium" (wohl ein Verheiratungsverbot) war aufgehoben worden - am 13.01.1828 in Brunsbüttel die von jenseits der Elbe aus Neuhaus / Oste stammende Marie Luise Heinemann, als deren Mutter Maria Heinemann genannt ist. Nach den weiteren Ergebnissen der Nachforschungen war unser Peter von Holt dann in zweiter Ehe mit Marie Luise Schasting oder Scharting verheiratet. Helene A. E. von Holdt interessierte nur diese zweite Ehe, aus der nach ihrer Auffassung ihr Großvater entstammte. Wie bereits ausgeführt, sind die ersten gemeinsamen ehelichen Kinder des Peter von Holt und der Marie Luise geb. Schasting am 23./24.10.1832 geboren. Demgegenüber wurde das letzte gemeinsame Kind (Johann Jacob von Holt; dieser ist der Großvater von Helene A. E. von Holdt) des Peter von Holt und der Marie Luise geb. Heinemann am 18.09.1830 in Brunsbüttel geboren. Logischerweise müßte in diesem nur etwa zwei Jahre umfassenden Zeitraum zwischen den genannten Daten die Marie Luise geb.Heinemann verstorben und die Verehelichung der Marie Luise geb. Schasting erfolgt sein. Entsprechende Eintragungen konnten aber in den in Frage kommenden Kirchenbüchern nicht aufgefunden werden! Auch der zeitlich ja bestimmbare Geburtseintrag der Marie Luise Schasting ließ sich nirgendwo auffinden. Wichtig war in diesem Zusammenhang, daß bei der Heirat der Marie Luise Heinemann mit Peter von Holt nicht der Name ihres Vaters, sondern nur derjenige der Mutter angeführt war. Da seinerzeit die Täuflinge zumeist nur wenige Tage nach ihrer Geburt getauft wurden, ist auch das für Marie Luise Schasting errechnete Geburtsdatum 06.01.1806 schlüssig. Wir können also mit großer Sicherheit annehmen, daß Peter von Holt nur einmal verheiratet war, und zwar mit der wohl am 06.01.1806 in Neuhaus/Oste geborenen und am 10.01.1806 dort getauften Marie Louise Heinemann, einer Tochter der ledigen Marie Heinemann und eines namentlich nicht genannten "französischen Tambour". Hier im Raum Büsum ist die Familie endgültig wohnhaft geworden. Peter von Holt übte hier zunächst den Beruf des Schiffers und später den eines Kornmaklers aus. Er starb als angesehener und rechtschaffener Mann achtzigjährig am 22.01.1880. Vermutlich hat die Mutter von Marie Louise Heinemann, die Marie Heinemann später (was noch zu belegen ist) einen Schasting geheiratet, was ihre Tochter veranlaßte, diesen Namen als Geburtsnamen anzugeben. Damals nämlich standen - wie bei intoleranten Zeitgenossen auch noch heute - uneheliche Mütter so wie auch ihre Kinder in einem durchweg unverdienten unerträglich schlechten sozialen Ansehen. Ich behaupte, jeder, der alle seine Ahnenlinien auch nur über einige Generationen zurück verfolgt hat, wird sich mit unehelichen Geburten "konfrontiert" sehen. Peter J. von Holdt, Tungeln
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